Die US-Armee hat stillschweigend eine rotierende Einheit auf die Philippinen geschickt. Experten zufolge signalisiert dieser Schritt ein größeres Engagement des US-Militärs in der Region – inmitten wachsender Spannungen um die Insel Taiwan

Der Beitrag erschien am 3. Februar 2026 auf der Seite des Quincy Institute for Responsible Statecraft responsiblestatecraft.org

Von Stavroula Pabst

Stavroula Pabst ist Reporterin für Responsible Statecraft und promoviert an der Kapodistrias-Universität Athen über den Einfluss von NGO im Syrien-Krieg

Amerikanischer Einfluss und Spannungsrisiko

„Aus chinesischer Sicht […] schicken die Vereinigten Staaten jetzt Streitkräfte in ein Land, das sich in unmittelbarer Nähe befindet, in ein Gebiet von offensichtlicher Bedeutung", sagte Dan Grazier, Direktor des Nationalen Sicherheitsreformprogramms am Stimson Center gegenüber RS: „Wir sind es gewohnt, Seestreitkräfte, Marinestreitkräfte und [die] Luftwaffe in diesem Teil der Welt zu sehen. Aber jetzt schicken wir die US-Armee auf die Philippinen […] ganz in die Nähe von Taiwan, was natürlich für die Chinesen von Interesse ist.“ Die neue rotierende Einheit steht unter der Leitung eines Oberstleutnants und spricht im Hinblick auf das Personal von „keinem größeren Engagement“, sagte Grazier. Aber allein „die Entsendung der Armee […] zeugt von einem erhöhten Engagement“ in der Region insgesamt.

Wie Sarang Shidore, Programmdirektor Globaler Süden am Quincy Institute, gegenüber RS sagt, ist die Army Rotational Force-Philippines „ein weiterer Schritt in einen allgemeinen Trend zu einer wachsenden US-Militärpräsenz auf den Philippinen seit 2023“. Shidore: „Washington erweiterte die US-Militärstandorte um fünf auf neun im April dieses Jahres, seither hat es neue Waffensysteme mit größerer Reichweite im Land stationiert.“

Shidore zufolge könnten die laufenden Ausweitung der US-Militärpräsenz in der Region, die militärische Übungen und Raketenstationierungen umfassen, die USA weiter in die anhaltenden Spannungen der Region ziehen - vielleicht in die Spannungen um Taiwan, sicher aber in die zwischen China und den Philippinen.„Der größte Teil der US-Expansion scheint [in letzter Zeit] eher auf mögliche Spannungen um Taiwan als auf den Krisenherd Südchinesisches Meeres ausgerichtet zu sein. Das zieht die Allianz zwischen den USA und den Philippinen tiefer in das ostasiatische Theater, zu dem auch Japan gehört“, sagt Shidore. „Die verstärkte Präsenz der USA erhöht auch die Chancen, dass die USA zum Frontakteur (statt als Nebendarsteller) in den maritimen Spannungen zwischen China und den Philippinen werden, die seit mehr als zwei Jahren am Köcheln sind.“

Die neue rotierende Einheit folgt anderen, beschränkten oder vorübergehenden Auftritten der US-Armee auf den Philippinen. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte im Oktober vergangenen Jahres die Bildung einer gemeinsamen U.S. Task Force: Philippinen angekündigt. Diese Truppe besteht aus etwa 60 Mitarbeitern der Marine, der Marines und der Armee, hat aber keine Ausrüstung, Kriegsschiffe, Fahrzeuge oder Flugzeuge zugewiesen. Auch im Sommer wurden Armeesoldaten zu vorübergehenden Militärübungen auf die Philippinen geschickt.

Titelkarte: U.S. Department of Defense (Public Domain).