Nur die Trump-Regierung und Netanjahu wollen den Krieg gegen den Iran, der Rest der Welt nicht. Präsident Trump agiert zunehmend orientierungslos und unberechenbar. Der Dollar wird als globale Reservewährung herausgefordert, das globale US-Imperium in Frage gestellt, die globalen Märkte wanken. Zeit für einen Ausweg!
Dieser Beitrag ist auf Englisch am 13. April 2026 erschienen bei ronpaulinstitute.org
Von Ron Paul
Ron Paul war Abgeordneter im Repräsentantenhaus der USA und kandidierte bei den republikanischen Vorwahlen um die Kandidatur zu den US-Präsidentschaftswahlen 2008 und 2012. Mit anderen Kriegsgegnern gründete er das Ron Paul Institute for Peace and Prosperity
Präsident Trump hat am Samstag eine große Chance verpasst, den Krieg gegen den Iran zu beenden. Nachdem er dem Iran gedroht hatte, „eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen“, erreichte Trump durch die Intervention der pakistanischen Regierung eine zweiwöchige Kriegspause. Ein Zeitfenster öffnete sich, um diesen völkerrechtswidrigen Krieg zu beenden.
Vizepräsident Vance reiste nach Pakistan, um mit einer hochrangigen iranischen Delegation zu verhandeln, laut Presseberichten wurden in vielen Punkten Fortschritte erzielt. Doch leider nutzte Präsident Trump diese Gelegenheit nicht – nach anderthalb Monaten Krieg, in denen zig Milliarden Dollar ausgegeben, jeder US-Stützpunkt in der Region beschädigt oder zerstört worden und Dutzende Militärflugzeuge verloren gegangen waren. Trump trat vielmehr aufs Gaspedal.
Nach 21-stündigen Verhandlungen scheiterten die Gespräche, angeblich weil die US-Seite erneut darauf bestand, dass Iran sein angereichertes Uran herausgibt, seine Atomanlagen zerstört und nie wieder Uran anreichert. Dies mag der von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bevorzugte „maximalistische“ Ansatz sein, doch es gibt keinen Grund für die USA, solche Forderungen zu stellen. Das Treffen in Pakistan war somit Zeitverschwendung – und die gesamte Waffenruhe war vermutlich ein Manöver, um den USA und Israel Zeit zur Neuformierung und Vorbereitung zu verschaffen.
Unmittelbar nach dem Scheitern der Gespräche verschärfte ein zunehmend unberechenbarer Trump seine Drohungen gegen Iran. In den vergangenen Wochen schwankte er zwischen der Behauptung, die Straße von Hormus sei für die USA bedeutungslos, und der Forderung nach ihrer sofortigen Öffnung. Gestern verkündete er dann – über seinen Social-Media-Account –, dass das US-Militär die iranische Blockade der Straße von Hormus blockieren werde. Jedes Schiff, das einen iranischen Hafen verlässt, riskiert, geentert, inspiziert und möglicherweise beschlagnahmt zu werden.
Irans Einschränkung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus hat die Ölpreise sowie die Preise für Düngemittel und verwandte Produkte in die Höhe getrieben. Die Inflation in den USA steigt. Die globalen Märkte geraten ins Wanken. Trumps weitere Einschränkung des Schiffsverkehrs im Persischen Golf durch seine eigene Blockade wird diesen Prozess nur beschleunigen. Es ist, als würde man ein Feuer mit Benzin bekämpfen. Und wenn die Huthis im Jemen als Reaktion auf Trumps Blockade des Iran das Rote Meer blockieren, könnte es sogar zu einer globalen Wirtschaftskrise kommen.
Man hat den Eindruck, dass Präsident Trump orientierungslos agiert und zunehmend unberechenbar wird. Er hatte erwartet, dass die Europäer, die Japaner und die Südkoreaner seine Bemühungen zur Öffnung der Straße unterstützen würden, doch stattdessen entschieden sie sich für eigene Abkommen mit Teheran und die Zahlung der Transitgebühren. Der Rest der Welt will keinen Krieg gegen den Iran. Nur die Trump-Regierung und Netanjahu wollen diesen Krieg.
Der Petrodollar gerät unter Druck, da die Zahlungen für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus in chinesischen Yuan erfolgen. Der Dollar als globale Reservewährung wird herausgefordert, während das globale Imperium der USA selbst in Echtzeit infrage gestellt wird. Es ist an der Zeit, einen Ausweg zu finden und auch zu nehmen. Der US-Präsident scheint jedoch den entgegengesetzten Weg einzuschlagen.
Militärisches Material wird in rasantem Tempo in den Nahen Osten verlegt, und eine weitere US-Flugzeugträgergruppe nähert sich der Region. China hat die USA vor einer Einmischung in seinen Handel mit dem Iran gewarnt. Eine massive Eskalation bahnt sich an, und der Kongress erhebt weiterhin seine Stimme nicht.
Titelbild: Ron Paul speaking at the Young Americans for Liberty National Convention, Kissimmee (Florida), 2024 — Foto: Gage Skidmore — CC BY-SA 2.0 — https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/